2018 
24.12.2018

Allen lieben Menschen und Musikliebhabern wünschen wir ein frohes Weihnachstfest 
und ein gutes, erfolgreiches, glückliches Jahr 2019.


30.10.2018

„Ars musica ensemble“ präsentiert ein Konzert mit Goldrand
Seelenvolle Momente fürs Publikum 

Professionell der Umgang mit der Überakustik der Kirche, nur deshalb stand der Chor so weit hinter dem Altar.                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Foto: Hans Lüttmann 


Saerbeck - Wenn „Bravo!“-Rufe durch St. Georg dröhnen, begeisterte Menschen aus den Kirchenbänken aufspringen und mit überschwänglichem Beifall Zugaben erklatschen, dann weiß man – auch wenn es vielleicht kitschig klingt: Jetzt haben die Engel hoch droben ihre Harfen beiseitegestellt und applaudieren mit.

Von Hans Lüttmann

Diesen lautstarken Lohn haben sich die Sängerinnen und Sänger des „ars musica ensembles“ mit einer musikalischen Höchstleistung verdient, die noch auf dem Nachhauseweg nachklang und lange nicht verhallen will. Ein dickes Lob (und dann ist aber auch mal gut) darf sich auch Chorleiter Alexandros Tsihlis ans Revers heften, der seine Musiker nicht nur behutsam, souverän und teilnahmsvoll zu dirigieren weiß, sondern höchstselbst als Arrangeur und Komponist einen großen Anteil daran hat, dass dieses Konzert einen Goldrand verdient.

„Alleluja, lobet Gott“; so schlicht war überschrieben, was an christgläubiger Gefühlstiefe, an Schmerz und Drangsal, Zweifel, Angst und todtrauriger Einsamkeit nicht zu überflügeln ist. Obgleich die 22 Lieder des Konzerts auch von Glaube und Hoffnung getragen wurden, überwogen dennoch die Wehklagen über das Leiden und Sterben Christi. Besonders ergreifend: György Deák-Bárdós´ „Eli Eli“ in Es-Dur, eine herzzerreißende Vertonung des Rufs Jesu in seiner Sterbestunde. Wem bei diesen abstürzenden Fortissimo-Passagen die Gänsehaut nicht durch den Pullover wuchs, der sollte beim nächsten Konzert zu Hause bleiben. Wer aber am Sonntag da war in der fast voll besetzten Kirche, erlebte und genoss einen absolut homogenen A-cappella-Chor, organisch in allen Belangen; enorm seine Palette an Dynamiken, professionell der Umgang mit der Überakustik der Kirche (nur deshalb stand der Chor so weit hinter dem Altar). Nie waren die Sängerinnen und Sänger, auch nicht in den vertracktesten Passagen, verkrampft; traumhaft schön flossen die Übergänge und auch in den moderneren Stücken keine Spur von Intonationsproblemen. Traumwandlerisch sicher sangen sich die Musiker durch die Epochen von der Renaissance bis heute und schenkten den Zuhörern seelenvolle Momente, musikalische Kostbarkeiten in edler Aufmachung, anschmiegsam wie Samtpapier, durchsichtig wie Kirchenfenster, tiefgründig wie der See Genezareth.

Und für alle, die sich sonst in der Musikgeschichte, in den russischen, lateinischen, englischen und altgriechischen Liedern verloren hätten, hatte Barbara Tsihlis kurze Einführungen parat – und in der kleinen Pause zwei Gedichte von Marie Luise Kaschnitz, die (auf Deutsch!) hervorragend zum Tenor des Konzerts passten: „Ob wir davonkommen, ohne gefoltert zu werden, ob wir eines natürlichen Todes sterben, ob wir nicht wieder hungern . . . und bei dem Wort Freiheit weinen müssen.“

War nach William Boyce und Michael Haydn, nach Palestrina, Brahms und Bruckner, Rheinberger, Rädlinger, vielen anderen, aber nicht zuletzt Alexandros Tsihlis (mitreißend sein „Se Hymnoumen“) mit Randall Thompsons „Alleluja“ (unter dem Eindruck der deutschen Besetzung Frankreichs und dem Wissen um den Holocaust geschrieben) eigentlich schon alles gesagt und gesungen, wollten die Zuhörer aber mehr. Und bekamen es: „Deep River“ von Harry Thacker Burleigh, dem Vater des Spirituals, und „Soon Ah will be done“, ein Cotton-Field-Song von William Levi Dawson, der dem Chor noch einmal alles abverlangte und den Zuhörern schlussendlich stimmgewaltig vor Ohren führte, warum dieser Chors so heißt, wie er heißt: „ars musica“, die Kunst der Musik. Bravo!

25.10.2018

Geistliches Programm in St. Georg
Saerbeck - Das "ars musica ensemble" ist zurück von seiner Griechenland-Reise.
Das Saerbecker "ars musica ensemble" tritt am Sonntag um 17 Uhr vor heimischem Publikum auf.                            Foto: ars musica

Das Saerbecker Publikum darf sich am Sonntag, 28. Oktober, um 17 Uhr in der St. Georg-Kirche auf das rein geistliche Programm mit dem Titel "Alleluja" freuen, dass der Meisterchor im Amphitheater im griechischen Kalamata präsentiert hat. Unter anderem werden auch Werke von Martin Åsander, Dimitri Bortnanski und John Rutter erklingen. Der Eintritt beträgt zwölf Euro, für Kinder und Jugendliche ist der Eintritt frei.


21.10.2018

Geistliches Konzert "Alleluja" am 28.10.2018
St. Georg, Saerbeck


In direktem Anschluss an unsere Konzertreise nach Griechenland, mit zwei geistlichen und einem weltlichen Konzert, freuen wir uns auch vor heimischen Publikum unser geistliches Programm präsentieren zu dürfen.


20.10.2018

Ars musica ensemble saerbeck goes Greece

Wir haben die Ehre, in diesem Jahr zwei europäische Events in Griechenland mitzugestalten, an beiden Orten, in denen unser Bundespräsident Frank Walter Steinmeier gerade zu Gast war: Wir eröffnen die Konzert- und Seminarreihe "Musik der Welt" in Kalamata mit je einem geistlichen und einem weltlichen a-cappella-Konzert. Das Konzept der Reihe "Musik der Welt" hat die menschliche Stimme mit all ihren Facetten zum Thema.

In Pylos, dem Ort der seit Odysseus' Zeit Kulturzentrum war, beenden wir mit einem ganz besonderen Konzert die jährlich stattfindenden "Navarineia". Jeweils am 20.Oktober wird in Pylos die berühmte Seeschlacht von Navarino gefeiert, die 1822 an diesem Tag stattfand und Griechenland der Wiedererlangung seiner Autonomie näher brachte. Mit Unterstützung der damaligen Alliierten und Philhellenen England, Frankreich und Russland wurde Griechenland 1826 befreit.

Wir freuen uns darauf, vor illustrem griechischem und internationalem Publikum deutsche, englische, russische, französische und griechische Werke zu singen.


 Freitag, 19.10.2018
Das „ars musica ensemble“ fährt zu drei Konzerten nach Griechenland 
49 Lieder im Gepäck

Saerbeck - Eulen nach Athen tragen möchte das „ars musica ensemble“ aus Saerbeck wahrlich nicht, aber  europäische Chormusik nach Griechenland bringen durchaus schon. 
Von Tünde Kalotaszegi-Linnemann
Der Saerbecker Meisterchor bei der Probe für die Auftritte in Griechenland, der ehemaligen Heimat von Dirigent Alexandros Tsihlis.                                                                                                                                                                Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann


Nachdem das renommierte Vokalensemble häufiger in Frankreich zu Gast war, macht es sich nun auf den Weg in die ehemalige Heimat seines Dirigenten Alexandros Tsihlis, wo es von Samstag bis Mittwoch, 20. bis 24. Oktober, drei Konzerte geben wird. 
Im Gepäck hat es insgesamt 49 Stücke, von denen knapp die Hälfte neu erarbeitete Kompositionen sind, die das Repertoire künftig bereichern sollen. Kein Wunder also, dass die Proben in der letzten Zeit auf Hochtouren liefen. Normalerweise wird zweimal im Monat geprobt, jetzt trafen sich die 20 Sängerinnen und Sänger so oft wie möglich. Schließlich schüttelt auch ein Meisterchor anspruchsvolle Werke der Musikliteratur nicht einfach aus dem Ärmel. Dabei überlässt Tsihlis, nichts dem Zufall. Jeder Einsatz, jede Passage bis hin zu einzelnen Nuancen im Timbre müssen einfach stimmen. „Wir haben in den vergangenen Monaten viel an unserer klanglichen Qualität gearbeitet, und das hat auch die Gruppe weiter wachsen lassen,“ lobt Tsihlis.
 
In seinem Geburtsort Kalamata finden regelmäßig alle zwei Jahre im Rahmen der „Interkultur“ internationale Chorfestivals und –wettbewerbe statt. Als Veranstalter fungiert das dortige Konservatorium, dessen Direktor Stathis Giftathis „ars musica“ außerhalb des üblich Turnus eingeladen hat. Gerne hat Tsihlis das Angebot seines alten Freundes angenommen, so dass Gesangskunst aus dem Münsterland auf antike Kulturstätten trifft.
 
Das erste Konzert findet direkt am Anreisetag im Amphitheater in Kalamata statt – mit einem rein geistlichen Programm quer durch die Musikgeschichte. Unter anderem werden auch Werke von Martin Åsander, Dimitri Bortnanski und John Rutter erklingen. Tsihlis sowie Gifthakis haben einst zur Feder gegriffen. Das Ergebnis wird ebenfalls zu hören sein.
 
Das zweite Konzert wird „ars musica“ in Pylos bestreiten, wo jedes Jahr feierlich an die historische Schiffsschlacht von Navarino 1827 erinnert wird, in der Griechenland seine Unabhängigkeit von der osmanischen Belagerung erreichte. Quasi als kleines Präsent an die Gastgeber stehen auch griechische Kompositionen auf dem Programm. 

Das dritte und letzte Konzert führt das Vokalensemble wieder zurück nach Kalamata – mit ausschließlich weltlicher Musik. Damit sich die Sängerinnen und Sänger neben der ganzen Schufterei auch ein wenig erholen können, unternehmen sie einen Ausflug nach Ithomi, um dort auf den Spuren der Antike zu wandeln. 

Was erhofft sich Alexandros Tsihlis von dieser Reise? „Ich erwarte und wünsche mir, dass der Chor sein erweitertes Repertoire festigt und alle ein bisschen näher zusammenkommen.“ Bei griechischem Wein und gutem Essen soll das wohl klappen. Damit das Saerbecker Publikum auch etwas von der ganzen Reise hat, wird das „ars musica ensemble“ das geistliche Programm mit dem Titel „Alleluja“ am Sonntag, 28. Oktober, um 17 Uhr in der St. Georg-Kirche präsentieren.

01.09.2018

Sommerfest ars musica ensemble 
Unser Sommerfest war auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg. Im Anschluß an die Probe ging es gemeinsam mit Partner zur Isendorfer Hausbrauerei  Diekmann. Nach einer sehr ausführlichen Brauereibesichtigung und Verkostung verschiedener Biersorten ging es gut gelaunt zur Stärkung in das Restaurant, Hier wurde dem Gastwirt und den Gästen ein spontanes Ständchen "Tourdion" vorgetragen, welches mit anschließendem Beifall erwidert wurde. Nach leckerem Essen konnten wir den Abend in geselliger Runde ausklingen lassen. Ein dickes Dankeschön an die Organisatorin Anne und natürlich der Familie Diekmann für die nette Gastfreundlichkeit. 


11.06.2018
Von einem anderen Planeten

„Ihr seid von einem anderen Planeten“, so der Glückwunsch eines fachkundigen Zuhörers an das ars musica ensemble nach seiner mit zweimal „sehr gut“ und zweimal „gut“ bewerteten Meisterchorprüfung. 

Am vergangenen Samstag und Sonntag stellten sich insgesamt 37 Chöre aus allen NRW-Regionen dem Leistungssingen des ChorVerbandes NRW in Rheine, um den Leistungs-, Konzert- oder Meisterchor zu erringen. 

„Wir verteidigen unseren Titel heute zum dritten Mal“, so Dirigent Alexandros Tsihlis, „unser Anspruch an uns selbst ist es, den Titel zu verdienen mit meisterlichem Gesang, stimmlich sowie stilistisch. Jedes unserer Wettbewerbs-Werke ist anders und verlangt eine eigene Art des Vortrags. Wenn wir meisterhaft singen, können wir eine entsprechende Wertung bekommen.“ 

Nach dem Einsingen und Einstimmen auf die Wettbewerbsvorträge ging es dann Samstag Vormittag für Alexandros Tsihlis und die 20 Ensemblemitglieder auf die Bühne des trotz früher Stunde bereits gut gefüllten Saales. 

Die Jury war hochrangig besetzt mit den Mitgliedern des Musikrats des Chorverbandes NRW e.V., Juryvorsitzender Willi Kastenholz und Hans-Josef Loevenich, dem Mitglied des Musikausschusses Ute Debus sowie dem Schul- und Kirchenmusiker Harald Jüngst. 

Für den Meistertitel sind vier Chorwerke aus unterschiedlichen Epochen zu singen. In allen Epochen vom Mittelalter bis zu zeitgenössischen Werken zuhause, hatte das ars musica ensemble einen stilistisch weiten Bogen gespannt:

Text und Melodie von „Kume, kum Geselle min“ stammen aus dem 13. Jahrhundert, der vierstimmige Satz von Jacob Christ entstand 1967. 

Das zweiteilige „Sicut cervus desiderat“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina entstand in der Renaissance. Der Vortrag polyphonischer Kompositionen dieser Epoche zeichnet sich durch ein perfektes Legato und die Tongabe mit einer feinen Dynamik jeder gesungenen Phrase aus. 

Als Pflichtchorwerk aus dem Leistungssingen-Katalog des ChorVerbandes hatte sich das ars musica ensemble „Lobe den Herrn“ des erst 25 jährigen Max Rädlinger ausgesucht. „Es hat uns mit seiner außergewöhnlichen Rhythmik sofort gepackt“, sagt Alex Tsihlis begeistert. „Der Junge ist toll, ich bin von seiner bereits absolut reifen Kunst fasziniert“.
„Sehr gut“ war die Wertung der Jury. Außer dem ars musica ensemble hat nur noch ein einziger der 37 Wettbewerbs-Chöre dieses Stück zum Vortrag ausgewählt.

Beim fulminanten Schlussvortrag „Tanz, Mädchen, tanz!“ , bearbeitet von Johann Heinrich Koch hatte ars musica sichtlich Spaß an der Darstellung des Mädchens, das viel lieber tanzen geht als zu Spinnen. „Tanzen, tanzen, wiederum tanzen - O weh, mein Fuß wenn ich arbeiten muss.“Das Potpourri aus überlieferten Melodien des 19. Jahrhunderts lädt mit seinen Variationen, variabler Rhythmik und Tonalität zu sehr plastischem, dynamikreichen Gesang ein. 

Auch der Saerbecker Bürgermeister Wilfried Roos fieberte mit, drückte die Daumen und gratulierte dem ars musica ensemble per Mail zu seinem Erfolg.


Klassisches Chorkonzert in St. Dionys
Kirchenmusik bei Euregio-Chorfestival

Sonntag, 3. Juni 2018 - 17:59 Uhr
von Ingmar Winter

Foto: Ingmar Winter


Während das Euregio-Chorfestival am vergangenen Samstag am 35. Jahrestag der Städtepartnerschaft zwischen Rheine und Borne im ersten Teil populäre Musik bot“, fand am späten Nachmittag im zweiten Teil ein klassisches Chorkonzert in St. Dionys statt. Clemens Schöpker begrüßte ein großes Auditorium im Kirchenraum und stellte die drei mitwirkenden Chöre vor, die Moderation der klassischen Chorwerke übernahmen jeweils Chormitglieder. Unter der Leitung von Alexandros Tsihlis boten die 35 Mannen des Mesumer Chores ein kirchenmusikalisches Programm, das mit einem Kunst- und einem Volkslied abgeschlossen wurde. Friedrich Silchers „Sanctus“ und der Gotteslob „Tebe Poem“ von Dimitri Bortnjanski zeigten die stimmliche Disziplin des Chores, ihre Geschlossenheit und stilistische Ausdruckskraft, was durch eine präzise Beachtung und Umsetzung der dynamischen Vorgaben (besonders: „Abendfrieden“) durch ihren Dirigenten erreicht wurde.

„Liebevoll“ gesungen

Ein gut eingeübter Beitrag war Schuberts „Stilles Lied“, dessen vollständige Partitur erst 1977 gefunden wurde. Es wurde „liebevoll“ gesungen, hohe Kopfstimmen schwebten über den Bassakkorden, aus denen heraus akzentuierte Textzeilen gemäß interpretativer Bedeutung traten. Abschluss des ersten Teils war das populäre Lied „Das Leben bringt groß Freud“, hier in der Bearbeitung von Max Reger.

Der zweite Chor, das „ars musica ensemble“, stammt aus Saerbeck und wird ebenfalls von Alexandros Tsihlis geleitet. Die klangliche Ausrichtung und die stilistische Lied-Auswahl wurden vom Vorgänger-Chor fortgeführt. Es war mit der Tsihlis-Eigenkomposition „Se Hymnoumen“ sogar dem „Tebe Poem“ eine musikalische Entsprechung gegenübergestellt, nur die Sprachen des „Lobet den Herrn“ variierten. Eine Entsprechung auch beim „Abendlied“ von Josef Rheinberger, die mit dem „Abendfrieden“ des vorangegangenen Männerchors korrespondierte.

Mit besonderem Reiz erklang ein „Gotteslob“ nach einem alttestamentarischen Text (Psalm 150) von Max Rädlinger in attraktiver Stilmischung: Fugierte Einsätze vereinigten sich in synkopisiertem Chorsatz, sodass das Loblied wie in einer chorischen Turba-Form wirkte. Das Ensemble-Abschiedslied „Tanz, Mädchen, tanz“ war ein Potpourri von Volksliedern aus dem 19. Jahrhundert, zusammengestellt und in eine muntere Komposition gebracht von dem Kirchenmusiker Johann H. E. Koch.

Als Abschluss des Chorbeitrags aus Rheine sangen der Männerchor aus Mesum und das Ensemble aus Saerbeck gemeinsam Anton Bruckners „Locus iste a Deo factus est“, das seit 1869 als Graduale (Zwischengesang) für Kirchweihfeste gesungen wurde, in diesem Chorkonzert eine gut gewählte Überleitung zum Programmteil des Gastchores aus der Umgebung von Almelo und Borne.

Der Almeloer Gemischte Chor „Toonkunst“, der bereits seit 80 Jahren besteht, stellte sich selbst vor und auch sein kirchenmusikalisches Programm, beginnend mit einem Teil der Hochzeitsmesse des „Almeloer Haus-Comedian Herman Finkers“ (Moderation). Es waren das „Kyrie“ und das „Agnus Dei“, die zum „Magnificat“ Bachs überleiteten. Dieses Chorwerk ist der Gregorianik angelehnt und rückt als fünfstimmige Fuge in die Nähe der Bach‘schen Messen.

Der niederländische Chor „Toonkunst“ unter der Leitung von Arno Vree bewältigte den barocken Ton genauso wie den hochklassischen beim Vortrag von Mozarts bekannter Motette „Ave verum“ unter der behutsamen Orgelbegleitung von Henk Linker. Stilvariierend bewies der Gastchor seine Qualität: Jubelnd das „Gloria“ vom Venezianer Vivaldi und still betend das „Paternoster“ vom lettischen Komponisten Vasks, den Jenseitsgedanken „Agnus Dei“ aus Faurés Requiem und das aufbauende Klangerlebnis „Prayer of St. Francis“ des amerikanischen Komponisten Pote.

Traditioneller Abschluss dieses kirchenmusikalischen Chorkonzerts war das berühmte „Hallelujah“ von Händel aus seinem Oratorium „Messiah“, konzentriert und akkurat von der „Toonkunst“ gesungen und begleitet mit den Klängen der restaurierten und erweiterten Klais-Orgel. Der lange Applaus zeigte an, dass die Gottesherrschaft nur im Frieden gelingen muss, wie Martin Åsander in seinem Chorwerk sagt: „Lord, make me an instrument of your peace“.


Di., 09.01.2018

Benefizkonzert - Nur einmal schien James Last durch

Saerbeck - Manche Tannenbäume sind schon aus den Wohnzimmern geflogen, die Heiligen Drei Könige waren auch schon da, und das war es jetzt mit der weihnachtlichen Idylle? Nicht so in Saerbeck, wo die Friedensbotschaft der Feiertage quasi als Reminiszenz in Form des traditionsreichen Benefizkonzerts des Kolping-Blasorchesters und des Kirchenchors in der St.-Georg-Kirche musikalisch nachklang.
Von Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Alle Beteiligten – Kolping-Blasorchester, Kirchenchor und das „ars musica ensemble“ – ernteten beim großen Finale in der St.-Georg-Kirche Beifallsstürme.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Unter dem Motto „Mit und durch Musik helfen“ präsentierten sie gemeinsam mit dem, als „Meisterchor“ ausgezeichneten, „ars musica ensemble“ ein ansprechendes Programm, mit dem sie das zahlreich erschienene Publikum in dem noch festlich geschmückten Gotteshaus verwöhnten. Mit „Cassiopeia“ von Carlos Marques zeigten Uwe Krause und sein Orchester, wie hochwertige sinfonische Blasmusik klingen muss. „Boccherini’s Melodie“, die ein wenig an seichte James Last-Unterhaltung
erinnerte, war beim Weihnachtskonzert in der Bürgerscheune weit besser aufgehoben, als in diesem Rahmen.

Gesangskultur auf hohem Niveau lieferte das „ars musica ensemble“ unter der Leitung von Alexandros Tsihlis, der in den Proben so lange an jedem Detail herumfeilt, bis auch jede Nuance stimmt. Ob in dem technisch höchst anspruchsvollen „God be in my head“ von John Rutter, Martin Asanders „Peace“ oder dem „Ave Maria“ von Rihards Dubra, so ein homogenes Klangbild mit feinsten Differenzierungen vom zarten pianissimo bis zum kraftvollen fortissimo innerhalb weniger Takte, ist selten zu hören. Blitzsaubere Intonation gehört genauso dazu wie größte Sensibilität im Umgang mit der Stimme. Die derzeitige Besetzung scheint dem Ensemble gut zu tun.

Feierlich und romantisch zugleich ging es mit „Adeste fidelis“, dem populären „Halleluja“ von Leonard Cohen und „Beethoven’s Romance“ der Kolping-Bläser weiter. Weihnachtliches Flair versprühte der Kirchenchor unter dem Dirigat von Christoph Brehm mit Kompositionen wie beispielsweise „Singt Jubellieder“ oder „Ich steh an Deiner Krippe hier“. Als eindrucksvolle Hymne intonierten die Sängerinnen und Sänger „Liebe kam zur Weihnacht“ mit viel Leidenschaft und Musizierfreude.

Das große Finale aller Beteiligten „Nun danket alle Gott“ sorgte für wahre Beifallsstürme. „Mittlerweile ist es das vierzehnte Benefizkonzert, das wir hier erleben dürfen und ein schöner Brauch, um zu helfen“, erinnerte Pfarrer Peter Czeglarek in seiner kurzen Ansprache an die Ursprünge der Tradition.

Nach der Tsunami-Katastrophe vom 26.12.2004 war das Bedürfnis da, etwas aktiv zu tun. Seitdem laden das Kolping-Blasorchester und der Kirchenchor wechselnde Saerbecker Chöre zum gemeinsamen Konzert ein, um mit Hilfe dieser Spendengelder Projekte wie etwa in Rietavas, in Indien, Afrika oder auch vor Ort wie im Haus Hannah in Emsdetten zu unterstützen.

Der Erlös von 1200 Euro in diesem Jahr geht zum einen an die Partnergemeinde St. Theresa in Damongo/Ghana, die dringend Nahrung, Kleidung, Medikamente und nicht zuletzt Gelder für die Schulbildung benötigt und zum anderen an die eigene Gemeinde zur weiteren Renovierung der St.-Georg-Kirche.

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